Gesetze: Fitts & Miller
Fitts’ Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen der Zeit zum Anvisieren eines Ziels und den Eigenschaften dieses Ziels. Je größer ein Ziel ist und je näher es relativ zur Ausgangsposition liegt, desto schneller lässt es sich treffen. Für die Gestaltung bedeutet das, dass häufige und wichtige Aktionen deutlich und großzügig dimensioniert sein sollten, während seltene Funktionen zurückhaltender auftreten können. Ränder und Ecken eines Bildschirms lassen sich besonders schnell erreichen, weil der Zeiger dort „anläuft“ und nicht darüber hinaus rutschen kann. Touch-Ziele benötigen zudem ausreichend Fläche und Abstand, um Fehleingaben zu verhindern.
Miller’s Gesetz verweist auf die Grenzen des Arbeitsgedächtnisses: Menschen können nur wenige Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten. Moderne Forschung geht eher von etwa vier plus/minus einer Einheit aus. In der Gestaltung führt das zu Prinzipien wie Chunking, also der Bündelung von Informationen in sinnvolle Gruppen, und zur progressiven Offenlegung, bei der zuerst das Wichtigste sichtbar ist und Details bei Bedarf folgen. Klare Hierarchien, prägnante Bezeichnungen und eine schrittweise Führung reduzieren die kognitive Last und verbessern Orientierung und Geschwindigkeit.
Beide Gesetze ergänzen sich in der Praxis: Während Fitts die Motorik und Zeigebewegungen adressiert, zielt Miller auf die kognitiven Grenzen. Zusammen legen sie nahe, dass wichtige Ziele größer und näher angebracht werden und dass Informationen strukturiert sowie in Portionen vermittelt werden, die dem Arbeitsgedächtnis entsprechen.